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Gemeinwohl-Bilanz in kommunalen Unternehmen (3):
wie Image und Organisationskultur profitieren
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Drei Personen zeigen ein Transparent mit dem Gemeinwohl-Ökonomie-Logo.

Gemeinwohl-Bilanz in kommunalen Unternehmen (3):
wie Image und Organisationskultur profitieren

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Immer mehr kommunale Unternehmen entscheiden sich für die Gemeinwohl-Bilanz als Rahmen für ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung und ihr Nachhaltigkeitsmanagement. Das liegt auch daran, dass sie dabei hilft, Veränderungsprozesse anzustoßen und das Image zu verbessern. Eine Gemeinwohl-Bilanz wirkt nach innen und außen. Wir haben für Sie die wichtigsten Erkenntnisse unserer Arbeit zusammengefasst.

Juni 2023
CSR & NachhaltigkeitGemeinwohl-Ökonomie Dr. Oliver Viest

Nachdem wir über ein Dutzend Analysen und Berichtsprozesse für kommunale Unternehmen nach den Standards der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) durchgeführt haben, stellen wir fest, dass es positive Effekte gibt, die besonders häufig auftreten. Sie beziehen sich auf das Image sowie die Organisationskultur der Unternehmen.

1. Die Selbstwahrnehmung wird gestärkt, der Purpose entdeckt

Oft ist die Eigenwahrnehmung kommunaler Betriebe von Bescheidenheit geprägt. Man sieht sich im Schatten der großen gewinnorientierten Unternehmen und Konzerne, die in der Öffentlichkeit zudem meist durch Kommunikations- und Werbekampagnen punkten. Der eigene Betrieb wird aufgrund der vorgegebenen Strukturen und gesetzlichen Verpflichtungen als eher schwergängig und konservativ wahrgenommen.

 

Der systematische Blick im Rahmen des Bilanzierungsprozesses auf den Beitrag, den das Unternehmen für die Gesellschaft leistet, auf vorhandene Benefits für die Mitarbeitenden und besonderes Engagement sorgt für Stolz und Identifikation. Längst nicht allen Mitarbeitenden ist beispielsweise bekannt, dass der eigene Betrieb weltweit Know-how austauscht, an Forschungsprojekten beteiligt ist oder innerhalb der Branche als Vorbild gilt.

 

Aus Sicht der Gemeinwohl-Bilanz haben kommunale Unternehmen im Vergleich zu konventionellen privatwirtschaftlichen die Nase vorn: Sie haben immer einen Purpose (den andere Unternehmen oft erst noch suchen müssen) und gehören den Bürger*innen (statt anonymen Investor*innen). Sie stehen also im Vergleich positiv da, sobald andere Bewertungskriterien als nur der Gewinn der Maßstab sind.

 

Damit steigt der Stolz auf die eigene Arbeit. „Mir war gar nicht bewusst, wie viel wir für die Gesellschaft leisten“ ist ein Satz, den wir immer wieder bei Workshops in kommunalen Unternehmen hören. Das freut jede*n Personalverantwortliche*n.

 

2. Die Außenwahrnehmung verbessert sich deutlich

„Im Gemeinderat müssen sich Eigenbetriebe oft dafür rechtfertigen, dass sie niedrige Gewinne haben. Wir haben mit der Gemeinwohl-Bilanz jetzt die Möglichkeit, dort systematisch auf unseren Gemeinwohl-Beitrag einzugehen“, sagte uns die Geschäftsführerin des ersten gemeinwohl-bilanzierten Eigenbetriebes in Deutschland.

 

Bei der Analyse entlang der GWÖ-Fragestellungen wird zudem die Rolle des Unternehmens als wichtige*r Wirtschaftsakteur*in für die Region deutlich: Über seine Beschaffungsstrategie bestimmt ein kommunaler Betrieb mit, welche Waren und Dienstleistungen in welcher Qualität hergestellt und angeboten werden. Da ein Unternehmen bei einer Gemeinwohl-Bilanz öffentlich darlegt, wofür es steht und in welchen Bereichen es sich engagiert, ändert sich auch sein Image: vom reinen „verwalten“ zum progressiven Mitgestalten und somit zum Vorbild für nachhaltiges, gemeinwohlorientiertes Wirtschaften.

 

Kommunale Unternehmen, die auf diese Weise Sinn und gesellschaftliche Wirkung nachweisen können, rücken in den Fokus von Schul- und Hochschulabgänger*innen, die einen Job mit gesellschaftlicher Relevanz suchen. Das ist ein starker, sichtbarer Benefit für die Unternehmen.

 

Und schließlich: Das Unternehmen sammelt Sympathiepunkte in der Bevölkerung, die „ihr“ Unternehmen als um die besten Lösungen bemüht, kompetent und sympathisch wahrnimmt und den Wert für das Gemeinwohl in der Region versteht. Dieser Rückhalt kann essenziell sein für die Frage, ob und wie das Unternehmen in Zukunft seine Leistungen für die Region erbringen wird (Stichworte Privatisierung und Haushaltskürzungen).

 

3. Die Organisationskultur wird lebendig

Mindestens so wichtig wie die Außenwahrnehmung des Unternehmens ist das, was durch die richtigen Fragen und einen geeigneten Prozess intern an Veränderungen angestoßen wird: An welchen Punkten können die Mitarbeitenden das Handeln des Unternehmens aktiv mitgestalten? Wie viel Transparenz und Eigenverantwortung sind im Unternehmen möglich? Gestartet wird oftmals mit einem Leitbildprozess. In vielen unserer Projekte mit kommunalen Unternehmen haben sich dafür neue, hierarchie- und abteilungsübergreifende Teams gebildet, die gemeinsam an Verbesserungen arbeiten.

 

Das gemeinsame Anliegen, ökologische Schäden zu reduzieren und den gesellschaftlichen Nutzen zu erhöhen, setzt viel positive Energie frei. Es sorgt für eine lebendige Organisationskultur und für großes Innovationspotenzial – weg vom Verwalten, hin zum Gestalten. Das verändert ein Unternehmen dauerhaft.

 

Wir beraten und unterstützen Sie gerne auf Ihrem Weg zur neuen Organisationskultur und bei Ihrer Gemeinwohl-Bilanz.

 

Lesen Sie auch:
Gemeinwohl-Bilanz in kommunalen Unternehmen (2): Potenziale entdecken
Gemeinwohl-Bilanz in kommunalen Unternehmen (1): Vorbilder für Nachhaltigkeit

 

Weitere Infos zur Gemeinwohl-Bilanz: germany.ecogood.org

 

CSRGemeinwohlGWÖKommunenNachhaltigkeit

Über den Autor

Dr. Oliver Viest
Geschäftsführer, zertifizierter Gemeinwohl-Berater (GWÖ) und ehemaliges Vorstandsmitglied der Gemeinwohl-Ökonomie Baden-Württemberg. Dozent mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit und CSR an der HfWU Nürtingen-Geislingen. Begleitet mittelständische Unternehmen, kommunale Betriebe und soziale Träger bei der Gemeinwohl-Bilanzierung, bei ihrer Transformations- und Nachhaltigkeitsstrategie sowie bei der Markenentwicklung und Kommunikation.
Alle artikel von: Dr. Oliver Viest
Telefon: +49 (0) 711 414 142 31 | E-Mail: ov@em-faktor.de

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