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Crowdsourcing rettet Menschenleben

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Der faszinierendste Beitrag der diesjährigen re:campaign: Patrick Meiers Aktivitäten mit Ushaidis Netzwerk. Es ist ein atemberaubendes Beispiel dafür, wie Informationen, übers Web aufbereitet,  den Menschen weltweit helfen.  Ob Haiti, Sudan, Ägypten oder Japan: Das von tausenden von Ehrenamtlichen gespeiste Netz ist mittlerweile sogar Haupt-Info-Quelle für die UN.

April 2011
Social Media Dr. Oliver Viest

Der faszinierendste Beitrag der diesjährigen re:campaign: Patrick Meiers Aktivitäten mit Ushaidis Netzwerk. Es ist ein atemberaubendes Beispiel dafür, wie Informationen, übers Web aufbereitet,  den Menschen weltweit helfen.  Ob Haiti, Sudan, Ägypten oder Japan: Das von tausenden von Ehrenamtlichen gespeiste Netz ist mittlerweile sogar Haupt-Info-Quelle für die UN.

 

Der Durchbruch seiner Idee kam mit dem verheerenden Erdbeben in Haiti. Die  Ushahidi Plattform war da schon entwickelt, mit dem Ziel in Katastrophenfällen den Menschen vor Ort und den Hilfskräften mit Informationen zu helfen. Ganz unstrategisch und aus reiner persönlicher Betroffenheit („I felt I must do something“) fing Patrick Meiers nachts in den USA an, erste Informationen aus dem Katastrophengebiet zu „mappen“, also auf einer Google Streetmap von Port au Prince einzutragen. Das lokale Radio in Haiti berichtete über die Möglichkeit, dass Betroffene per SMS Ihre Position und aktuelle Situation durchgeben, der lokale Telefonbetreiber schickte die Nachricht an hunderttausende seiner Kunden in Haiti. Und dann kamen die Nachrichten. Tausende Hilferufe und Lagebeschreibungen.

 

Erst trommelte Patrick seine Freunde im Wohnzimmer zusammen, dann innerhalb weniger Tage via Facebook weltweit  mehrere hundert Menschen. Alle halfen Tag und Nacht und gaben die Informationen der Betroffenen ein. Eine „lebende“ Karte entstand. Sie half den internationalen Helfern als einzige zuverlässige Quelle einen Überblick über das Ausmaß der Katastrophe zu erhalten und gezielt zu helfen. Hunderte Menschen konnten auf diese Weise gerettet werden. Von den Wohnzimmer dieser Welt aus.

 

Ähnlich funktionierte es in Japan, im Sudan und bei der Revolution in Ägypten. Mit wenigen Mausklicks lässt sich ein Projekt generieren, sofort können die Menschen ihre Informationen einstellen. Aber auch weniger spektakuläre Infomaps werden derzeit erstellt: Eine Übersicht von Fahrradunfällen in Los Angeles, die besten Hamburger in der Stadt, Überfälle in der Nachbarschaft: Überall verknüpfen Menschen ihre Informationen mit den Landkarten und lassen so lebendige und unglaublich aussagekräftige Informationsgrafiken entstehen. Eine Revolution in der Kommunikation, die gerade erst begonnen hat.

 

 

gemeinsamhelfenMutWeb 2.0

Über den Autor

Dr. Oliver Viest
Geschäftsführer em-faktor, zertifizierter Gemeinwohl-Ökonomie Berater (GWÖ) und Vorstandsmitglied GWÖ Baden-Württemberg, Schulungspartner Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK), Dozent mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit und CSR unter anderem an der HfWU Nürtingen-Geislingen, Fresenius Hochschule Idstein und an der FR Akademie (CSR-Manager). Begleitet unter anderem die weltweit ersten kommunalen Betriebe bei der Gemeinwohl-Bilanzierung und der Nachhaltigkeitskommunikation in Stuttgart.
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