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Wiki-Leaks

Spendenloch bei WikiLeaks

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Die wichtigste Geldquelle für WikiLeaks ist derzeit eine hessische Stiftung. Die Wau-Holland-Stiftung mit Sitz in Kassel hat in wenigen Wochen fast eine Million Euro an Spenden für WikiLeaks gesammelt. Und das obwohl die Kommunikation jeglichen Fundraising- und Transparenz-Standards widerspricht.

Dezember 2010
Online-Fundraising Dr. Oliver Viest

Die wichtigste Geldquelle für WikiLeaks ist derzeit eine hessische Stiftung. Die Wau-Holland-Stiftung mit Sitz in Kassel hat in wenigen Wochen fast eine Million Euro an Spenden für WikiLeaks gesammelt. Und das obwohl die Kommunikation jeglichen Fundraising- und Transparenz-Standards widerspricht.

 

Die Initiatoren der Wau-Hollland-Stiftung, die WikiLeaks und den Gründer Julian Assange finanziell unterstützt, stammen aus dem Umfeld des Chaos Computer Club. Sie sind also Online-Profis und kämpfen für absolute Datentransparenz. Das ehrt sie. Doch während sie mit ihrer Arbeit auf Regierungen und Konzerne zeigen und sie der intransparenten Kommunikation bezichtigen, machen die Verantwortlichen bei Wau-Holland die gleichen fatalen Fehler. Die Spender scheint dies nicht zu stören.

 

Den Mechanismus kennen Fundraiser bereits aus Naturkatastrophen: Wenn die Massenmedien mitmachen und emotionalisieren, dann wird gespendet. Und zwar nahezu blind. Nur so ist es zu erklären, dass es die Stiftung in nur wenigen Wochen zu einem so beträchtlichen Spendenaufkommen geschafft hat. Eine Story wie aus einem Wirtschaftskrimi, böse Großunternehmen, ein gejagter Idealist – und das alles nahezu live im Internet. Das scheinen derzeit die besten Zutaten für kurzfristigen Spendenerfolg zu sein.

 

Der Blick auf die Website der Stiftung lässt indes viele Fragen offen: Es gibt keinerlei Updates zur aktuellen Spendenhöhe, keine Dokumentation der bisherigen und geplanten Verwendung, nicht einmal einen Geschäftsbericht für 2009. Am technischen Sachverstand der Macher kann es jedenfalls nicht liegen. Sie sollten wissen, wie sich eine Website aktualisieren lässt.

 

Private Nachfragen bleiben unbeantwortet, man gewährt lediglich dem Spiegel (Print) ein Interview. Darin erklärt Henrik Fulda, Vorstandsmitglied der Stiftung, man habe schon knapp eine Million Euro eingesammelt, mit einer durchschnittlichen Spendenhöhe von  25 Euro pro Person. Aber: Auf der Website ist hiervon nichts zu lesen.

 

Weshalb machen genau diejenigen Online-Profis die sich für totale Datentransparenz stark machen ausgerechnet bei der eigenen Arbeit die Schotten dicht?  Wenn WikiLeaks und Wau-Holland absolute Transparenz fordern, müssten die Organisationen selbst mit gutem Beispiel voran gehen. Derzeit sind sie schwarze Löcher und nicht mehr als ein Versprechen. Seriöses Fundraising geht anders.

 

fundraisinghelfenMutWeb 2.0

Über den Autor

Dr. Oliver Viest
Geschäftsführer em-faktor, zertifizierter Gemeinwohl-Ökonomie Berater (GWÖ) und Vorstandsmitglied GWÖ Baden-Württemberg, Schulungspartner Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK), Dozent mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit und CSR unter anderem an der HfWU Nürtingen-Geislingen, Fresenius Hochschule Idstein und an der FR Akademie (CSR-Manager). Begleitet unter anderem die weltweit ersten kommunalen Betriebe bei der Gemeinwohl-Bilanzierung und der Nachhaltigkeitskommunikation in Stuttgart.
Alle artikel von: Dr. Oliver Viest

Kommentare

    1. Hilmar Sturm

      Weshalb die das machen oder nicht machen? Was sagen sie denn selbst?

      Vielleicht haben sie einfach keine Zeit. Ist ja oft so bei erfolgreichen Initiativen: die Verwaltung kommt ganz zuletzt. Sehr verständlich, manchmal geradezu ein Erfolgsrezept. Auch Standards einzuhalten kostet Zeit und Geld – und bringt der Sache selbst zunächst noch nichts.

      Wenn man Standards durchsetzen will, muss man deshalb auch darlegen, wie diese Standards der Sache dienen, um die es geht. Sonst werden sie zum Selbstzweck. (Ich denke übrigens nicht, dass Wikileaks etc. in „Konkurrenz“ um Spenden mit beispielsweise humanitären Organisationen stehen. Das sind zu unterschiedliche Bereiche und Spender, oder?)

      Es zeigt sich, dass jemand, der eine „Leistung“ gebracht hat, damit genügend Spender anziehen kann. Wikileaks haben ja etwas durchaus Bemerkenswertes getan. Offensichtlich gefällt das vielen Menschen. Es ist den Spendern freigestellt, wie intensiv sie sich informieren und welche Transparenz sie verlangen.

      Im übrigen kann absolute Datentransparenz nicht Ziel von Wikileaks sein, sonst würde es seine Informanten gefährden. Unter den gegebenen Umständen (Geheimdiplomatie etc.) muss auch Wikileaks viel im Geheimen arbeiten. Das ist die verdrehte Logik der Welt.

      Vielleicht gibt es ja bald Whistleblower bei Wikileaks und der Stiftung?

    2. Wikileaks ist für unsere Gesellschaft genauso nützlich wie schädlich. Den Bürgern werden wichtige Informationen zu Teil, doch die Regierungen wackeln nun. Ich muss ebenso zustimmen, dass viele Spender angezogen wurden, weil das Medieninteresse außerordentlich hoch war und höchstwahrscheinlich viele ihren Protest zum Ausdruck bringen wollen, dass Wikileaks geblockt wurde.

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