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Fernsehen mindert Glück. Leider!

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Als ich klein war hat mir meine Mutter immer erzählt, dass Fernsehen rechteckige Augen mache. Deshalb bin ich nach einer Stunde Black Beauty vor den Badezimmerspiegel geeilt, um erleichtert festzustellen, dass dem nicht so ist. Diese Binsenweisheit hat sich zum Glück nicht bestätigt, doch jetzt muss ich lesen, dass Fernsehen unser Glück mindert, und zwar nachweislich!

Januar 2010
Glücksgeschichten Dr. Oliver Viest

Als ich klein war hat mir meine Mutter immer erzählt, dass Fernsehen rechteckige Augen mache. Deshalb bin ich nach einer Stunde Black Beauty vor den Badezimmerspiegel geeilt, um erleichtert festzustellen, dass dem nicht so ist. Diese Binsenweisheit hat sich zum Glück nicht bestätigt, doch jetzt muss ich lesen, dass Fernsehen unser Glück mindert, und zwar nachweislich!
 

Wie sehr das Fernsehen unser Leben verändert, dokumentiert eindrucksvoll das Beispiel des kleinen buddhistischen Königreiches Bhutan. Dort war bis 1999 Fernsehen und öffentliche Werbung verboten. Die Erlangung des Glücks galt als oberstes Prinzip des Landes. Die 46 Kanäle des Rupert Murdochs Star TV Network machten den Weg dorthin allerdings um einiges steiniger. Mit dem Fernsehen stiegen Scheidungsraten, Kriminalität und Drogenkonsum.
 

Auch in Kanada gab es bis 1973 noch Ortschaften ohne Fernsehempfang. Wissenschaftler untersuchten, was passierte, sobald die Flimmerkisten den Alltag der Menschen prägten. Die Sozialkontakte nahmen ab, es wurde weniger Sport getrieben und die Kreativität verringerte sich messbar.
 

Fernsehen mindert unser Glück aber noch auf eine ganz andere Weise: Uns wird ein Lebensstandard vor Augen geführt, der weit über dem Durchschnitt liegt. Mit dem Eindruck, wir wären ärmer als andere steigt unsere Unzufriedenheit. Auch unser Verhalten verändert sich nachhaltig: Für jede Stunde, die wir in der Woche mehr fernsehen, geben wir rund 4 Euro mehr aus, um mit anderen mitzuhalten. Mal ganz abgesehen von den schier endlosen Werbepausen, in denen uns Bedürfnisse suggeriert werden, die wir vorher nicht hatten.
 

Ich bilde mir ein, dass ich durchaus in der Lage bin zu differenzieren, d.h. ich schaue gezielt Fernsehen und den Rest blende ich aus. Aber ist das wirklich so? Vielleicht bekomme ich beim Einkaufen ja doch größere Augen als gedacht? Die wären dann zwar nicht rechteckig, die Schaufenster dagegen schon! Irgendwie kommt mir die Kinderschreck-Weisheit meiner Mutter auf einmal gar nicht mehr so weit hergeholt vor.
 

„Die glückliche Gesellschaft“, Was wir aus der Glücksforschung lernen können, Frankfurt/New York, 2009
Richard, Layard //


 

GlückLebenMedien
Dr. Oliver Viest
Geschäftsführer em-faktor, zertifizierter Gemeinwohl-Ökonomie Berater (GWÖ) und Vorstandsmitglied GWÖ Baden-Württemberg, Schulungspartner Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK), Dozent mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit und CSR unter anderem an der HfWU Nürtingen-Geislingen, Fresenius Hochschule Idstein und an der FR Akademie (CSR-Manager). Begleitet unter anderem die weltweit ersten kommunalen Betriebe bei der Gemeinwohl-Bilanzierung und der Nachhaltigkeitskommunikation in Stuttgart.
Alle artikel von: Dr. Oliver Viest

Kommentare

    1. Eliane Zimmermann

      Wunderbarer Beitrag! Die Erlangung von GLÜCK als oberstes Prinzip eines Landes hört sich verlockend an. Ich schaue ganz ganz wenig TV und wenn dann meistens nur, um Strickprojekte voranzubringen. Insodern kann ich nicht so richtig mitreden. Ich habe früher in Werbeagenturen gearbeitet und glaubte mich darum auch lange immun gegen Aufforderungen der Werbung. Ich brauche aber nur in einen Duty Free Shop zu gehen und schon prallen alle Duft-Suggestionen der Werbung auf mich ein. Zwar mehr aus dem Printbereich als vom TV, doch bedenklich finde ich das allemal. Wie mag es dann den Dauerglotzern ergehen, die sich oft Tag und Nacht berieseln lassen…. Ich wohne seit 10 Jahren mit meiner Familie in Irland und hier ist es Usus dass die Glotze das Dauer-Hintergrundgeräusch liefert. Subliminalmanipulation vom Feinsten! Viele sonnige Grüße von der Grünen Insel Eliane Zimmermann

      • Christine Deutschländer

        Vielen Dank für den Kommentar aus Irland! Das Buch von Richard Layard ist wirklich sehr interessant zu lesen. Fernsehen und Werbung sind ja nur ein Teilaspekt, den man ändern müsste, auf dem Weg zu einer glücklichen Gesellschaft. Ich selbst habe ernsthaft darüber nachgedacht, meinen Fernseher in die Rumpelkammer zu verdammen. Aber es gibt auch wirklich gute Filme und Beiträge. Tatsache ist, ich schaffe es einfach nicht! Viele Grüße aus dem verschneiten Stuttgart. Christine Deutschländer

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